Die Veredelung des Niederen zu „Gold“

///Die Veredelung des Niederen zu „Gold“

Die Al-kimiya oder  khem beschäftigt sich vor allem mit den Metallen. Ihre Nutzbarmachung für den Prozess der Veredelung ist eines der häufigsten Themen hermetischer Texte. Als Idealzustand der verarbeiteten Metalle galt die Konsistenz des Quecksilbers. Das Metall musste also für die Verwendung verflüssigt werden. Dabei kamen zwei Anwendungen im Wesentlichen zu Einsatz. Entweder es wurde in einer Säure zu einem Salz verarbeitet, oder durch thermische Einflüsse löslich gemacht. Vermutlich wurden aber auch elektrolytische Verfahren eingesetzt.

Aufteilung der Metalle und Planeten für die Wandlung vom Niederen zum Höheren

Aufteilung der Metalle und Planeten für die Wandlung vom Niederen zum Höheren. aus: Geheime Figuren der Rosenkreuzer

Zu den beschriebenen Metallen gehören: Antimon, Blei, Eisen, Zinn, Kupfer, Elektron, Silber und Gold. Das Mercurium selbst, zwar häufig sowohl in der metallurgischen als auch in der medizinischen Orientierung eingesetzt, ist eine Allegorie auf den flüssigen Zustand eines Metalles bei Raumtemperatur. Von den eingesetzten Säuren stand die des gelben Schwefels häufig im Mittelpunkt. Der Einsatz dieser Metalle geschieht nacheinander. Jedes von ihnen hat seinen eigenen Effekt auf die niedere Materie, die es zu veredeln gilt. Doch sind es nicht die Metalle alleine, die das Niedere veranlassen, sich zu veredeln. Jedoch konzentrieren sich viele Schriften auf die Metalle in der Annahme, dass das Endprodukt ebenfalls metallisch seien solle. Die andere Bewegung schenkt wiederum den Metallen zu wenig Beachtung in der Annahme, diese seien eher die Experimente der Metallurgen. Die Kraft der Metalle ist ebenso wichtig für den Transformationsprozeß wie auch die Alkaloide der Pflanzen.

Keines der beiden wirkt ohne vorher Körper und Geist in einem Reinigungsprozess vorbereitet zu haben. Das umfangreichste Gebäude für den Einsatz der Metalle beschreibt der Mithras-Kult. Er hat persisch-ägyptische Wurzeln und definiert für jeden Wochentag einen Gott, ein Metall und eine Eigenschaft die der Astralkörper erfährt, wenn er in der Seelenwanderung durch die einzelnen Zodiacs gleitet:

Saturn            Blei              Denken, Verstand
Jupiter           Kupfer        Tatkraft
Mars               Elektron      feuriger Mut (Thymus)
Sonne             Gold             Wahrnehmung, sich von den Dingen ein Bild machen können
Venus              Zinn             Begierde (ohne Sex)
Mercur           Eisen            Sprache, Kommunikation
Luna                Silber          Gedeihen, wachsen

Gleichzeitig durchläuft der Aspirant 7 Ebenen auf dem Weg zum Lichtmenschen. Jede dieser Ebenen ist einem Planeten bzw. Gott geweiht und verleiht bestimmte besondere Fähigkeiten.

Zuordnung der Metalle, Planeten und Farben für die Wandlung vom Niederen zum Höheren

Zuordnung der Metalle, Planeten und Farben für die Wandlung vom Niederen zum Höheren

In einem geheimen Buch der Rosenkreuzer wird die planetare Zuordnung der Metalle noch um ihre Farbe verfeinert. Ganz offensichtlich werden hier Salzverbindungen bzw. mineralische Metallblüten beschrieben. Wie oben beschrieben ist der erste Schritt des Alchemisten, die Metalle zu verflüssigen und so deren metallischen Eigenschaften abzulegen. So zum Beispiel ergeben Kupfer, Arsen und Essig das giftige Schweinfurter Grün das wegen seiner leuchtenden Farbe und Lichtbeständigkeit in der Malerei, aber auch als Fungizid eingesetzt wird.

Kupfer in Essig erzeugt Grünspan-Kristalle der mit Hilfe von zerriebenem Marmor Kupfer-Calcium-Acetat bildet. Sind die Metalle verflüssigt können sie für den Wandlungsprozess zur Anwendung kommen. Mit den zumeist sehr aggressiven Metall-Salzverbindungen konnte dann begonnen werden, die körperliche Erneuerung anzustoßen. Im Erweckungsruf in den Apokryphen des Johannis werden fünf Siegel beschrieben, die verhindern sollen, dass der Erweckte den Tod nicht schmecken wird. Es ist anzunehmen, dass auch hier verschiedene salzige Metallverbindungen gemeint sind.

2011-11-07T03:52:55+00:00By |