Abnehmen als gesunder Vorsatz für Neujahr

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Wie in jedem neuen Jahr rangiert der Vorsatz abzunehmen ganz vorne in der Liste gesunder Taten für den eigenen Körper. Abnehmen wird höchstens von dem Vorsatz übertroffen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das Internet bietet scheinbar eine unerschöpfliche Quelle an beeindruckenden und ungewöhnlichen Tipps und Tricks. Eine ganze Industrie verdient ihr Geld mit der Sehnsucht, wenigstens ein paar Kilo des so genannten „Hüftgoldes“ wieder los zu werden.

Im Fernsehen werden Prominente vorgeführt, die es angeblich geschafft haben, mit einer ganz bestimmten Methode abzunehmen, endlich ihre „Traumfigur“ erreicht zu haben. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Vorstellung einer Balance zwischen aufgenommener  und verbrauchter Energie. Fast immer steht dabei im Vordergrund die Vision, durch eine zeitlich befristete Diät die angefressenen Pfunde wieder los zu werden. Danach passt dann das alte Kleid oder die alte Lieblingshose wieder. Dies gelingt jedoch in den meisten Fällen nicht. Frust und Selbstvorwürfe machen sich breit. Das Ende des Planes vom Abnehmen sind dann weitere zusätzliche Kilos, die sich nach der Diät, fast über Nacht, wieder ansetzen.

Dies muss nicht sein. Es gibt einen Weg, wirklich und dauerhaft abzunehmen und dieses Gewicht auch zu halten. Mit einigen Ratschlägen will ich helfen, einen Weg in die richtige Richtung zu weisen. Den Wert einer Diät oder eines Ernährungstipps kann man anhand von drei Fragen prüfen, die ich kurz vorstellen möchte.

1. Erfolgreich abnehmen: Gibt es Referenzen für die Diät?

Bevor man sich für die eine oder andere Diät entscheidet, sollte man die Referenzen prüfen. Wer hat diese Diät tatsächlich erfolgreich umgesetzt? Wer empfiehlt sie und wie sieht der Körperbau des Beraters aus? Alleine mit der Klärung dieser Fragen kann man schon eine große Menge der empfohlenen Diäten in die Mülltonne aussondern.

Für die Evaluation meiner Empfehlungen biete ich ein aktuelles Neujahrsfoto meines Körperbaus als Referenz an. Vor zwei Jahren wog ich 85 Kilo und war „griffig“ gebaut. Trotz bewußter Ernährung und wöchentlichen Joggings legte ich Jahr für Jahr ein Kilo zu. Es schien geradezu schicksalhaft, älter zu werden und dabei ganz allmählich zu verfetten. Mit einer eigenen Diät konnte ich innerhalb von zwei Monaten  20 Kilo abnehmen und habe mein neues Gewicht von ca. 65 Kilogramm seitdem gehalten.

erfolgreich abnehmen mit der Cyano-Diät

Meine Referenz: Felix Cyano mit 11,8% Körperfett

 

Dass meine Vorstellungen abzunehmen erfolgreich sind, kann ich mit meiner körperlichen Konstitution belegen.  Die Körperfettwaage bescheinigt mir einen Fettgehalt von 11,8% und das – leider – ohne großartige körperliche Aktivitäten.

Prominente, renommierte Forschungsinstitute, Wissenschaftler und staatliche Institutionen geben Ratschläge über gesunde Ernährung. Ihre Autorität scheint einen Beweis der Richtigkeit ihrer Behauptungen nicht zu benötigen. Ich meine, dass sie es erst recht beweisen müßten. So behauptet das Bundesinstitut für Risikobewertung in einem Artikel über Gummibärchen, der tägliche Konsum von 500 Gramm Zucker sei gesundheitlich unbedenklich. Dieses Beispiel macht deutlich, wer im Land die staatliche- und öffentliche Meinung maßgeblich für seine eigenen Interessen zu manipulieren weiß.

In der Werbung verkündet die Stimme aus dem Off, begleitet von Bildern einer am Strand entlang schwebenden Frau mit einem kleinen fetten Mops, schon morgen eine Bikinifigur zu ermöglichen. Der anschließende dickliche Apotheker, der ein Produkt aus seinem Geschäft anpreist, macht den Widerspruch aus Versprechen und Realität offensichtlich.

Authentisch wäre, wenn ein Diätmittel-Konzern die Wirksamkeit seiner Produkte anhand des Körperbaus seiner Vorstandsmitglieder nach einer Diät aus dem eigenen Hause nachweisen würde. Ein dünnes Modell für sich herum hopsen zu lassen, halte ich als Beleg für ungeeignet.

Ein mopsiger Guru oder Ernährungsberater kann ein charismatischer und brillanter Redner sein, von erfolgreichem Abnehmen weiß er genau so viel wie die Jungfrau vom Kinder gebären.

2. Erfolgreich abnehmen: Kostet es Geld?

Abnehmen kostet kein Geld. Pillen, Getränke, Pulver oder Kalorienzählpläne machen dick, nämlich die Taschen ihrer Hersteller. Dünn machen sie eher die Geldbörsen Gutgläubiger, als dass sie Fettzellen leeren würden.

Sicher ist es motivierend, sich Gleichgesinnten anzuschließen. Dafür muss man sich aber keinem Verein und keiner Sekte anschließen. Das Internet bietet genügend kostenlose Foren, in denen man sein Diättagebuch anlegen und mit anderen teilen kann. Diese Foren bieten zugleich einen Überblick über das Schicksal anderer Dickerchen und ihren erfolgreichen oder auch erfolglosen Verfahren, ihre Pfunde purzeln zu lassen. Schließlich wird auch hier die ganze Bandbreite guter Ratschläge für einen schlanken Körper abgebildet. So kann man zügig die verschiedenen Ratschläge und deren Umsetzung in der Relität evaluieren.

Bei www.abnehmen.net habe ich eine Zeit lang beraten. Das Portal bietet ein Forum mit Tagebuchfunktion.

3. Erfolgreich abnehmen: Was wird empfohlen und was verteufelt?

Was für das Abnehmen geboten und was verboten ist, erscheint endlos, unübersichtlich und widersprüchlich. Erstes Ausschlusskriterium sollte die Frage sein, ob man auch nach einem halben Jahr noch bereit wäre, sich so zu ernähren. Die tägliche Diätpampe in den drei „leckeren Geschmacksrichtungen“ hängt einem früher oder später zu den Ohre heraus. Neben dem, was man essen darf, sollte sich auch ein Blick auf die Dinge richten, die nicht erlaubt sind. Was ist also der Preis fürs Schlank sein und ist man auch bereit, ihn jederzeit zu zahlen?

Wer sich über Monate für ein paar Kilo quält und dann aufgibt wird schockiert darüber sein, wie schnell das abgeschmolzene Fett wieder drauf ist, plus Zinsen.

Mit einer guten Diät entdeckt man eine neue Welt der Geschmäcker und Speisen. Die neue Kost sollte ohne Kalorien zählen und asketische Entsagung auskommen. Die Ernährungsumstellung soll vielseitig sein, Spaß machen und gut schmecken.

Die Läden sind inzwischen randvoll mit als „gesund“ angepriesenen Produkten. Von den Etiketten lockt es mit „gesund“, „fettreduziert“ und „bio“. Gerade die Marketingstrategie „BIO“ erreicht die gut betuchten und höher gebildeten Konsumenten und ist inzwischen auch erfolgreich bei den Discountern angekommen. Was „Bio“ ist, ist gesund, ein Beweis muss nicht angetreten werden. Absurder Weise entscheidet dann das Zertifikat, welcher Bio-Himmel erklommen werden kann. Aber auch der härteste Biobauer muss seine Äpfel mit Kupfer spritzen. Kupfer ist dann etwas Natürliches, natürlich.

In meiner Ernährung habe ich den Konsum von Kohlenhydraten so weit wie möglich reduziert. Ich ernähre mich möglichst von Eiweiß und pflanzlichen Ölen. Ganz oben in der Streichungsliste stand der Zucker und zuckerhaltige Speisen und Getränke. Zucker, ob ordinärer raffinierter Haushaltszucker oder naturbelassener  brauner Bio-Rohrzucker, treibt sofort den Zuckerspiegel im Blut nach oben. Diese Enegrieexplosion im Blut kann der Körper nur mit Hilfe von Insulin sofort in Fett an Bauch und Hüften verwandeln. Es sei denn, man würde nach jedem Schokoriegel drei Kilometer durch den Wald joggen.

Zucker ist die Form von Kohlenhydraten, die im Körper am einfachsten und schnellsten verdaut wird. Zucker verursacht aber auch eine Freßsucht. Denn genau so schnell wie der Blutzuckerspiegel anstieg, genau so schnell sinkt er auch wieder. Aber gerade dieses schnelle Absinken verursacht Heißhunger, der sich im Abstand von ca. zwei bis drei Stunden nach dem Zuckerkonsum einstellt. Diesem Heißhunger dauerhaft widerstehen zu können, ist übermenschlich. Der Lust nach Süßem nach zu geben heißt also immer, sich später mit Heißhunger herumquälen zu müssen. Ich könnte das nicht.

Aus dem Zucker-Teufelskreis kann man nur durch Verzicht auf Zucker entfliehen. Einmal für die Kenngröße „Kohlenhydratanteil“ in Lebensmitteln sensibilisiert wird man schnell bemerken, in wieviel Lebensmitteln Zucker verarbeitet wird. Es ist daher auf jeden Fall sinnvoll, auch bei „Bio-“ und „gesund“ deklarierten Produkten auf das Etikett zu sehen. Zucker wird inzwischen bei fast allen vorverarbeiteten Nahrungsmittel zugesetzt. Zucker ist der Ersatz für das lebensgefährliche Nitrierpökelsalz. Zucker ist aber auch Geschmacksersatz für fettreduzierte Lebensmittel.

Besondere Vorsicht gilt den scheinbar eindeutig gesunden und zuckerfernen Lebensmittel.In laktosefreier Milch ist der Milchzucker in Zucker gewandelt. So steht das Label „laktosefreie Milch“ für gezuckerte Milch. Im KAISERS und bei EDEKA wird ein Stevia-Pulver angeboten, das jedoch mit Maltodextrin versetzt ist.

 

Stevia - Etikettenschwindel


Stevia – Etikettenschwindel

 

Mit Stevia wird gesüßt, um den Konsum leicht verfügbarer Kohlenhydrate (mit hohem glykämischen Index) bewußt einzuschränken. Geradezu kontraproduktiv ist daher die Rezeptur, Stevia-Pulver mit einem geschmacksneutralen Zucker-Stärke Gemisch mit einem hohen glykämischen Indexwert zu versetzen. Denn das macht garantiert dick, in welcher Menge auch immer. Auf einem amtlich anmutenden Qualitstgütesiegel wird dann außerdem noch damit geprahlt, kein Aspartam zu enthalten. Aspartam wird jedoch – im Gegensatz zu Maltodextrin – vom menschlichen Körper nicht verdaut.

Erfolgreich abnehmen – meine Empfehlungen

Zucker und andere leicht verdauliche Kohlenhydrate machen dick. Sie machen dick, obwohl man dreimal die Woche joggen geht. Sie erzeugen zugleich eine Sucht, wieder und wieder essen zu müssen. Leicht verdaulich ist aber auch aufgeschlossene Stärke. Sie wird im Körper in Zucker und Traubenzucker aufgespalten und ist so noch energiereicher. Stärke wird nicht so schnell verdaut wie der Zucker. Das gibt dem Körper zumindest eine Chance, die aufgenommene Energie in Leistung zu verarbeiten. Aber auch hier wird der nicht verarbeitete Blutzucker gnadenlos in Körperfett verwandelt.

Stärke ist besonders viel und leicht verdaulich in Mehlspeisen, Gebäck, Reiswaffeln, Popkorn, Kartoffelprodukten verfügbar. Gekochte, geblähte, gebackene, gemahlene und gedünstete stärkehaltige Körner werden vom Körper schnell und effizient verdaut. Stärkehaltige Körner, das sind Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis, Mais, Dinkel und andere modische Getreidearten. Die beliebte Bio-Reiswaffel ist ein Dickmacher wie der Milchreis. (Wikipedia zum Thema, wie Stärke „unverdaulicher“ gemacht werden kann, Montignac: guter Beitrag über Stärke)

Vertretbar und in zivilen Mengen sind schwer verdauliche Kohlenhydrate mit hohem Ballaststoff-Anteil. Ein gutes Beispiel ist der Reis. Gebrochener Reis (Milchreis) und gepuffter Reis bieten große Oberflächen, gut verdaut zu werden. Im Gegensatz dazu steht ein knapp gegarter langkörniger Reis, der sogar noch mit Verdauungsbremsen, wie Curcuma zubereitet wurde. Ein so zubereiteter Reis ist eine gesunde Ergänzung im Ernährungsplan.

Ohne Limit können grüne Blattpflanzen, wie Salate verspeist werden. Fettarmes Fleisch, Geflügel und Fisch sind ebenfalls ohne Limit erlaubt. Hervorragend geeignet sind auch Brokkoli, grüne Gurken, und anderes stärke- und zuckerarmes Gemüse. In zivilen Mengen ist möglich saures Obst erlaubt.

Den kompletten Ernährungsplan mit vielen Tipps und Hintergrundinformationen habe ich hier beschrieben:

Wie schnell abnehmen
Zucker, das süße Gift
Süßstoff als Zuckerersatz
Eine eigene Rubrik gibt es für Rezepte mit denen man abnehmen kann und die mit ihren Geschmacksmischungen köstlich und ungewöhnlich munden.

Vielleicht gibt es andere Methoden, erfolgreich und dauerhaft abnehmen zu können. Meine Ernährungsempfehlungen rutschen nicht durch das das Raster der drei oben gestellten Fragen. Wobei die Beantwortung der dritten Frage immer nur eine individuelle Antwort sein kann. Ich empfehle, es einfach auszuprobieren. Verlieren kann man dabei nur seine überschüssigen Pfunde.

 

2013-01-02T02:00:03+00:00By |