Endoparasitismus – Evolution als symbiontischer Krieg

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Endoparasitismus oder Symbiose – Endosymbiontentheorie

Darwin interpretierte die biologische Geschichte der Erde als Verbesserung von Eigenschaften, Vorteile kommen weiter. So setzte sich das Bessere im Wettbewerb der Organismen durch, mit dem Mensch als höchste Stufe dieses Prozesses. Seit den späten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Darwins Vorstellung von Evolution durch die neu entwickelte Endosymbiontentheorie relativiert. Erstmals beschreibt bereits A.F.W. Schimper, „Ueber die Entwicklung der Chlorophyllkörper und Farbkörper“ in der Botanischen Zeitung 1883, die symbiotische Herkunft der Chloroplasten. Welche Konsequenzen diese Entdeckung auf die Vorstellung von Evolution hatte und warum dieser Befund ermöglicht, die Akteure des eigenen körperlichen Verfalls zu identifizieren, beschreibt dieser Artikel.

Die Endosymbiontentheorie setzt an den Beginn der Evolution die Symbiose zweier grundsätzlich verschiedener Lebensformen, Bakterien und Protisten. Protisten besitzen im Unterschied zu Bakterien einen Zellkern. Sie sind Einzeller und ihr Stoffwechsel basiert auf Kohlenhydraten.

Die ursprüngliche Besiedelung der Erde fand durch Bakterien statt. Ihrem Stoffwechsel, der Sonne und dem Wasser, sind die Sauerstoffatmosphäre zu verdanken. Vor ca. 600 Millionen Jahren begannen Protisten dem irdischen Paradies der Bakterien ein Ende zu bereiten. Sie fraßen die Bakterien.

Dieser Symbionten-Vertreter, das Pantoffeltierchen (Paramecium bursaria) ist angefüllt mit Chlorella-Bakterien. Chlorerella versorgt das Pantoffeltierchen permanent mit Kohlenhydraten Foto: Y. Tsukii, Japan.

Dieser Symbionten-Vertreter, das Pantoffeltierchen (Paramecium bursaria) ist angefüllt mit Chlorella-Bakterien. Chlorerella versorgt das Pantoffeltierchen permanent mit Kohlenhydraten Foto: Y. Tsukii, Japan.

Eine neue Stufe der Evolution begann, als gefressene Bakterien im „Bauch“ der Protisten weiter- überlebten.  Einverleibte Cyano-Bakterien begannen mit der Zuführung von Sonnenlicht und CO2 Kohlenhydrate direkt an den Stoffwechsel des Protisten zu liefern. Der Protist hatte sich so die Brotbüchse direkt in den Baucheingang einverleibt – sehr praktisch. Jetzt musste er nicht mehr jagend auf Nahrungssuche gehen. Nun reichte Sonnenlicht, um sich ein Brötchen direkt in den Verdauungseingang liefern zu lassen. Aus Protisten-Kolonien entwickelten sich dann die ersten Grünalgen und später alle Pflanzen.

Endosymbiontentheorie, Quelle: Ringvorlesung: Einführung in die molekulare Zellbiologie Universität Konstanz, Heinz D. Osiewacz, Uni Frankfurt-Main

Wie Darwins Evolutionsmodell beschreibt auch die Endosymbiontentheorie den Prozess der biologischen Vielfalt natur-romantisiert. Die höchst Stufe ist der Mensch, der aufgeklärte Mensch.

Aber was geschah und geschieht wirklich? Welchen Vorteil hat ein gerade gefressener Cyano im Bauch eines Protisten, der den Zustand der Gefangenschaft aufwäge? Die körperliche Vereinnahmung – allgemein Fressen genannt – stellt einen aggressiven Akt gegenüber dem Gefressenen dar. Was nun unangenehmer ist, verdaut zu werden oder ewig im Bauch eingesperrt zu bleiben, ist wohl Geschmackssache.

Symbionten-Sklaven-Krieg gegen die Bakterien

Der Begriff der Symbiose impliziert einen wechselseitigen Vorteil beider Akteure. Das Bakterium wird körperlich durch den Protisten umhüllt und so von der Umwelt getrennt. Gleichzeitig wird der bakterielle Stoffwechsel ausgebeutet. Das Bakterium ist seiner Freiheit beraubt – die Freiheit, unser höchstes Gut. Seine DNA wird manipuliert, sein Körperbau degeneriert. Er wird dafür vom Protisten beschützt, so die allgemeine Erklärung. Aber selbst das gelingt dem Protisten nur unzureichend. Denn auch er kann von einem anderen Protisten gefressen werden. Daraus entstanden die doppelt umhüllten Rot- und Braunalgen.

Kostenpflichtigen und zwangsweisen Schutz nennt man in unserer Welt Schutzgelderpressung. Der erste biologische Kontakt der Systeme war kein freundliches Kennenlernen. Es war ein großes Fressen für die Protisten und die erste verlorene Schlacht der Bakterien. Der Protist verhielt sich in seiner zweiten Verarbeitungsstufe wie in Parasit. Es ist kein kleiner unauffälliger Parasit. Nein, es ist ein totalitärer, allesumhüllender und kontrollierender Parasit. Daher halte ich den Begriff des Endoparasitismus, in Anlehnung an ENDO-Symbionten für treffender. Noch präziser wäre der Begriff des Ektoparasitismus, der Parsit umhüllt seinen Wirt, beherrscht seinen Körper und schmarotzt von den produzierten Nährstoffen.

Für die Protisten begann der globale Siegeszug gegen Cyanos und Purpurs und schließlich gegen den Homo Sapiens. Es war und ist eine Schlacht die bis auf den heutigen Tag. Sie findet permanent in jedem menschlichen Organismus statt. Der allmähliche körperliche Verfall, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen  des „alternden“ Körpers sind eindeutige Symptome dafür, dass der Protist letztendlich immer der Sieger bleibt. Er ist für die allmähliche körperliche Degeneration der Menschen zuständig. Nach wie vor ist es dieser Parasit, der bereits das einzelne Bakterium umhüllte. Heute umhüllt er die Mitochondrien und das hat tödliche Konsequenzen.

Wenn man sich den Grad der Befreiung protistischer Fremdherrschaft in irdischen Lebensformen ansieht, erreichte die höchste Stufe der Evolution neben den Pilzen der Polyp. Er ist unsterblich, weil er seine Reproduktion ohne protistischen Einfluss umsetzen kann.

Evolution nach dem Modell der Endosymbiontentheorie

Der Fortgang der Evolution nach der Endosymbiontentheorie  war die multiple Symbiose des Protisten mit verschiedenen Bakterien. Zu dem wohl ursprünglichsten Nutzen für den Protisten – die Produktion und Lieferung von Nährstoffen – gesellte sich die genetische Ausbeute bakterieller DNA. Die genetischen Codes  bakterieller Proteine gingen in der protistischen RNA auf. Auf diese Weise konnten sich Protisten resistent gegen bakterielle Gifte machen. Aber auch die eingefangenen Bakterien wurden durch die protistisch gestörte Zellvermehrung, der RNA-Transkription, in ihrer DNA modifiziert. Protisten begannen die eingefangenen Bakterien auf die eigenen Bedürfnisse hin genetisch zu tunen. In den Pflanzen wurden aus den Bakterien die Chloroplasten und in den Tieren die Mitochondrien. Ihre Funktionen sind bis heut die gleichen: Lieferung von Kohlenhydraten.

Ganz erstaunlich ist dabei, dass der ursprüngliche DNA-Code in menschlichen Mitochondrien weitgehend mit der DNA von Purpurbakterien übereinstimmt. Die Symbiose ging also nie so weit, dass das Bakterium in seinem ursprünglichen Bauplan im Protisten vollständig unterging. Vielleicht könnte sich ein befreites Bakterium wieder nach seinem ursprünglichen Bauplan reproduzieren. Protisten würden so zu Konservatoren archaisch- bakterieller DNA.

Die Cyanelle von Paulinella

Die Cyanelle von Paulinella (einem Protisten) steht nach der rDNA-Sequenz  einem Cyanobakterium aus der Synechococcus-Gruppe nahe. Die Ergebnisse von Marin et al. (2005)

Paulinella chromatophora

Paulinella chromatophora, ein Protist in Symbiose mit einem Cyanobakterium (früher: Blaualge). In jeder Zelle liegen zwei „wurstförmige“, DNA-haltige Chromatophoren. Links (zwei Pfeile) ist die Aufsicht auf die kreisformig erschienenden „Enden“ eines Chromatophors im Fokus der Aufnahme. Aufnahme: Y. Tsukii, Japan. Unten: Schemazeichnung von Paulinella des Entdeckers Robert Lauterborn von 1895 (Zeitschr. Wiss. Zool. 59, 537-544).

Welche Konsequenz hat dieser Befund auf die Betrachtung der Evolution? Evolution kann als die Geschichte des bakteriellen Befreiungskampfes aus protistischer Gefangenschaft gedeutet werden. Pars pro toto wiederholt sich der Vorgang auch in komplexen Lebensformen. Ob als Einzeller oder als Kolonie, Protisten sorgten immer dafür, die äußere Hülle zu besetzen. Wahrscheinlich war das zunächst nur eine äußere Membran. In einer Weiterentwicklung umwickelten Protisten die Bakterien mit Cellulose – dem protistischen Baustoff in den Pflanzen. Die Entwicklung der Pflanzen aus den Algen war dann die fortgesetzte Spezialisierung und Modifikation bakterieller DNA, wobei die Grundfunktion – die Energieversorgung durch Photosynthese – sich nie veränderte. Es änderte sich letztendlich nur die Gestalt und die Eigenschaften der sich immer weiter spezialisierenden Protistenkolonien. Alle Pflanzen der Erde sind nichts anderes als das Ergebnis dieser Entwicklung.

Die äußere Hülle von Weichtieren waren wahrscheinlich zunächst Collagene. In der nächsten Stufe wurde das collagene Gewebe mit Kalk verhärtet und stabilisiert. In 80 Millionen Jahren Kreidezeit wickelten Protisten erfolgreich Bakterien in kleine Kalkboxen die irgend wann abstarben und so gewaltige Kalkgebirge bildeten.

 

Varianten der Kalk-Ummantelung und Wege aus ihr

Varianten der Kalk-Ummantelung und Wege aus ihr. Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/47/Meyers_b10_s0182a.jpg/738px-Meyers_b10_s0182a.jpg

 

Die Kalkformen drehten vollkommen frei – Mutter Natur auf LSD. Zahllose Arten sind als millimetergroße Kalkhüllen in den krassesten Formen, wie Kreaturen einer gespenstischen Geisterwelt. in den Kreideschichten der Erde erhalten und zeugen von der Kraft protistischer Genmanipulation.

Höhere Tierformen konnten erfolgreich den Kalkmantel zu einer Zentralachse in den Körper transferieren.

metabolisch eingepackter Verwandter, der Lanzettfisch

Der Lanzettfisch ist Zeit seines Lebens von einem Ganzkörperbindegewebe umgeben. Der Kopf und die ausgebildeten Beine sind deutlich sichtbar. In seiner gummiartigen Umhüllung ist die Ausbildung dieser Gliedmaßen jedoch vollkommen absurd. Der Protist siegt nach Punkten. Quelle: Wikipedia

Uns Menschen ist der Kalkmantel als Wirbelsäule erhalten geblieben. Den Kampf um die äußere Hülle haben die Menschen  aber bis heute nicht gewonnen. Auch wir sind umhüllt mit protistischem Gewebe: der Lederhaut, dem Bindegewebe und einer Fettschicht. Im Inneren des menschlichen Körpers sind es die Schleimhäute und das alles einwickelnde Bindegewebe.

Ihre Funktionen werden von der Schulmedizin als Schutzmantel beschrieben. Treffender wäre aber auch hier der Begriff der Schutzgelderpressung. Schlimmer noch, der korrupte Bulle wird permanent selbst zu Straftäter. Entzündete Schleimhäute sorgen für permanenten Stress. Was angeblich schützen soll ist ständig entzündet und degeneriert den Körper mit zunehmenden Alter. Das Bindegewebe umhüllt alles, von der äußeren Hülle und schließlich jede einzelne Zelle werden verpackt in viele Schichten Kollagen.

Wie bei den einst gefangen genommenen Cyano-Bakterien sind auch die Menschen nichts anderes als Sklaven des sie beherrschenden Protisten. Der Mensch konnte zwar die räumliche Bewegung als Freiheit erringen, wurde aber mit der agrarischen Revolution erneut zum Sklaven. Von nun an verbrachte er einen großen Teil seines Lebens damit dafür zu sorgen, dass sein Protist immer genügend Kohlenhydrate zu fressen bekommt.

Bereits der Embryo wird reichlich mit Kohlenhydraten versorgt und kommt als kleine fettgefressene Made zur Welt. Doch auch dann hat der frisch geborene Mensch keine Chance, sich von seinem Sklavenhalter zu befreien. Über eine Schweißdrüse aus der Achsel wird die menschliche Milch reichlich mit so genanntem Milchzucker versetzt. Doch auch mit dem Absetzen der Milch erhält der kleine Mensch von Mama regelmäßig und gerne gigantische Kohlenhydratgaben. In Supermärkten sind die Regale mit Zuckerzeug inzwischen länger als die Kühlregale.

So scheint die Evolution des Menschen nur ein kleines Fenster in der Erfolgsgeschichte protistischer Sklavenraubzüge zu sein. Sieht man sich die katastrophalen Zuwachsraten adipöser Leiber an, ist die Geschichte der Menschen in spätestens 100 Jahren besiegelt. Wir fressen uns einfach tot, fremdgesteuert durch protistische Hormone die uns alle zwei Stunden dazu treiben, den Zuckerspiegel wieder anzuheben. Die Grenzen protistischer Dominanz in menschlichen Organismen sind bekannt, die sich daraus entwickelnden Krankheiten ebenso. Das einzige Mittel der Schulmedizin dagegen ist, Symptome zu bekämpfen. Mit dem protistischen Hormon Insulin wird der Zuckerpegel gesenkt. Der Preis dafür: der Zucker im Blut wird direkt in Lipide, sprich in Bauchfett verwandelt und im Körpergewebe angelegt. Jede Insulinspritze ist eine kleine Mastkur.

An der Verfettungen wird unsere Zivilisation jedoch nicht scheitern. Die Schulmedizin ist sehr erfolgreich darin, selbst 200 Kilogramm schwere Leiber noch eine ganze Weile am Leben zu erhalten. Das Ende wird viel mehr eine große Pandemie werden. Die geschwächten Immunsysteme der Menschen werden an den primitivsten „Krankheitserregern“ zu Grunde gehen. Die umsichgreifenden „Unverträglichkeiten“, Allergien und der sich rasant entwickelnde Altersdemenz sind ein gute Indizien für diesen Prozess. EHEC – ein Bakterium aus dem menschlichen Darm (!!!) gibt einen kleinen Vorgeschmack, worauf wir uns allmählich vorbereiten müssen. Wie einst die Pest wird es ganze Regionen menschenleer fegen. Allein die Anzahl der Dialysegeräte wird nur einer kleinen Gruppe von Menschen ihr vergiftetes Blut reinigen können. Den Grad der Ausrottung wird man direkt an der Höhe des durchschnittlichen BMI einer Region berechnen können.

Nachwort

Vor zwei Jahren trat ich voller Enthusiasmus an einen Weg zu entwickeln, sich von seinem Protisten zu befreien. Die Welt hat sich für mich in der Zwischenzeit entzaubert. Die Abhängigkeit von Kohlenhydraten stellt jede Droge in den Schatten. Ganze Industrien verdienen mehr als jeder illegale Handel je erwirtschaften könnte, egal ob der Umsätze der Mastfutterhersteller oder der Symptombeseitiger.

Heerscharen von Ökos reden den Konsumenten ein, nur wenn ihre Kohlenhydrate „biologisch“ seien, wären sie gesund. Das spendiert gegen Aufpreis den Intellektuellen unter den Gemästeten einen mentalen Trost-Ablaß. Insgeheim bleibt jedoch der Zweifel, beobachten sie doch beim nachhaltigen Bio-Shopping aus den Augenwinkeln die blaß-verfetteten Gestalten, wie sie das Ökomüsli zum bio-dynamischen Rohrzucker legen.

Normale Körperformen sind nur noch in der Werbung und in Hollywood-Filmen zu sehen. Die Fettringe im Alter sind so selbstverständlich wie die Jahresringe eines Baumes. Für buddhistische Mönche ist die Askese nur noch eine Option.

Die Wiege unserer Zivilisation liegt in Afrika. Und von dort aus wird auch die nächste Zivilisation starten. Wenn Du dabei sein willst, solltest Du bald beginnen, die Kohlenhydrate aus dem Speiseplan zu verbannen.

2014-03-31T22:12:32+00:00By |