Pilsner Bier

 

Pilsner Bier: Mastfutter, Dilemma oder Lichtblick?

Pilsner Bier ist reich an Kalorien. Daher haben Biertrinker einen Bierbauch. Darauf sind sie zumeist Stolz. In Deutschland ist das bekennende Biertrinken eine Religion. Es darf auch nicht irgendein Bier sein, es muß das besondere, es muß „mein Bier“ sein. Der männliche Biergenuß in Deutschland läßt die Deutschen in ihrer Fettleibigkeit dicht an russische Männer heranrutschen. Russische Männer sind in Europa das Schlußlicht in punkto Übergewicht. Sie sterben auch als erste. Aber noch ein zweiter Aspekt ist relevant. Pilsner läßt die Mundwinkel herunter hängen. Der deutsche Mann mutiert durch seinen Bierkonsum zum Bedenkenträger und Rumnörgler. Nationen die sich an Rotwein halten, laufen deutlich entspannter durch die Welt.

Es ist nicht der Alkohol im Pilsner Bier, der dick macht. Was viele Biertrinker nicht wissen, Pilsner Bier enthält mehr Zucker als CocaCola. „Wo soll denn da der Zucker herkommen?“, fragt sich der erfahrene Biertrinker, der stolz auf das deutsche Reinheitsgebot ist. Da kommt tatsächlich kein Zucker vor, scheinbar. Bierbrauen beginnt mit dem Rösten von Gerste. Dabei entsteht aus der Stärke in den Gerstenkörnern ein Malzzucker. Malzzucker ist sehr reich an Kalorien, der wie normaler Haushaltzucker vom menschlichen Organismus verdaut werden kann. Dieser Malzzucker ist der Ausgangsstoff für die alkoholische Gärung der Biermeische.

Nun gibt es beim Brauen von Pilsner Bier eine Besonderheit. Der Brauprozess wird vorzeitig gestoppt. Dadurch bleibt eine große Menge des Malzzuckers im Bier. Das macht das Pilsner Bier süffig und süß. Durch das vorzeitige Aufheben des Gärprozesses landet so eine große Menge Malzzucker im Bier. Dieser Zucker wird mit jedem Glas Pilsner Bier verdaut. Und das macht dick, umso mehr Bier getrunken wird umso dicker wird der Biertrinker.

Einem körperbewußten Biertrinker das Biertrinken ausreden zu wollen, scheint erfolglos. Lieber schiebt er seine Wampe vor sich her, als auf sein Lieblingsgetränk zu verzichten. Bier ist ja eigentlich auch gesund. Es enthält viele wertvolle Stoffe und schmeckt deutlich besser als irgendein „Leitungswasser“.

Es gibt eine Alternative. Denn es ist gar nicht notwendig, den Brauprozess vorzeitig zu stoppen. Geschickte Bierbrauer lassen den Gärprozess auslaufen, bis der letzte Rest Malzzucker in Alkohol vergoren ist. Denn, je geringer der Zuckergehalt, umso höher steigt der Alkoholgehalt.

Ich stelle hier mehrere Pilsner Biere unterschiedlicher Brauereien vor, die beim Brauprozess den Zucker vollständig vergoren haben. Diese Biere sind daher sogar für Diabetiker geeignet. Sie verdienen einen eigenen Artikel, da sie eher als Nischenprodukt ihr Dasein fristen. Das ist vollkommen ungerechtfertigt, angesichts der täglich verdauten Zuckermassen aus „normalen“ Pilsner Bieren.

Beim Vergleich der Biere ging es um den Geschmack und den Restzuckergehalt. Nach diesen Kriterien wurde ein Chart der besten zuckerarmen Biere entwickelt. Vorab, die Geschmacksrichtungen aller Biere ähneln den normalen Pilsnern, den Zucker-Bieren. Es gibt die süßeren „Damenbiere“ und die herberen „Nordbiere“.

Der „interne Zuckeetest“ wird mit einem geeichten Refractometer durchgeführt. Die Datumsangabe bezieht sich auf das Verfallsdatum der geprüften Marge und kann brauprozeßbedingt schwanken.

 

 

— zweiter Teil —

 

 

2013-01-25T14:42:31+00:00By |