Zweites Interview

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Evolution und Cyaniter

 

 

Frage: Felix Cyano, seit unserem letzten Interview ist fast ein halbes Jahr vergangen. Was gibt es Neues?

FC. Neu ist, dass wir den Orden Die Cyaniter gegründet haben. Rechtlich ist dieser Orden ein gemeinnütziger Verein in Gründung. Wir haben uns das Ziel gesetzt, über gesunde Ernährung aufzuklären.
Ich entwickle gerade eine Veranstaltung für Kindergärten. Ziel soll es sein, schon die Vorschulkinder für ihren Körper und das was sie ihm tagtäglich antun, zu sensibilisieren. Gleichzeitig wende ich mich an die Angestellten und Eltern, mehr Augenmerk auf die Ernährung zu legen. Die Unwissenheit welche Speisen dick machen ist sehr groß.

Speiseplan Kindergarten

Speiseplan Berliner Kindergarten Grundschule

Speiseplan Berliner Kindergarten Grundschule

In einem Kindergarten gibt es beispielsweise einmal wöchentlich Milchreis mit Kirschen, Zucker und Zimt. Das einzig Gesunde an diese Speise ist der Zimt. Milchreis ist ein Vermarktungskunstwort für minderwertigen Bruchreis. Bruchreis zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Stärkekörner durch das gebrochene Reiskorn besonders schnell mit Feuchtigkeit füllen können. Das macht die Stärke des Reiskorns besonders schnell verdaulich. Reiskornstärke ist eine Zuckervorstufe und wird vom menschlichen Körper sofort in weißes Bauchfett transferiert. Die in Zucker abgekochten Kirschen haben ebenfalls jeden gesunden Nährwert verloren. Abgekochte Kirschen aus der Büchse oder dem Glas sind nur noch Zuckerlieferanten. Diese Mischung wird außerdem noch mit raffiniertem Zucker überzogen. Kalorienreicher geht es kaum noch.
Die Grundsätzliche Kritik an den angebotenen Speisen ist: zu kohlenhydratreich, zu viel Stärke und viel zu viel Zucker. Da werden vollkommen zerkochte Kartoffeln geliefert die nur noch aus Stärke bestehen. Und dazu gibt es dann eine Bratwurst mit 60 Prozent Tierfett. Die einzig gesunde Beikost, das Sauerkraut bleibt meistens unangerührt auf den Tellern liegen.
Die Ergebnisse solcher Mastfütterungen sind offensichtlich. Pro Gruppe gibt es höchstens zwei oder drei Kinder die als normalgewichtig gelten können. Die große Masse kratzt dicht an einer ersten Fettsucht. Wenn die ihr Fett nicht bis zur Pubertät weg bekommen schleppen sie dies ein Leben lang mit sich herum. Ärzte berichten, dass diese Entwicklung in den letzten Jahren erschreckende Ausmaße angenommen hat. Und wie bei übergewichtigen Erwachsenen gehen damit auch bei Kindern diverse Krankheiten einher. Für die Drei- bis Sechsjährigen ist die größte Gefahr, sich eine chronische Angina einzufangen. Diese Krankheit hat früher den Reigen der Todesursachen für Kinder angeführt. Die Kleinen sind jämmerlich erstickt. Statistisch gibt es für die Angina zwei Schübe, einen zwischen drei und vier Jahren und einen zwischen neun und zwölf Jahren. Alle Puttendarstellungen sind zwei- bis dreijährige Engelchen, gestorben an der Engelkrankheit Ang(el)i-na.
Heute ist die kindliche Angina der Grundstein für chronische Atemwegserkrankungen. Ich war selbst ein solches Kind und hatte regelmäßig Angina-Schübe in Form einer Seitenstrangangina, auch nachdem die Mandeln entfernt wurden. Daher kann ich mich gut in die kleinen Schicksale hinein versetzen.
Das Drama setzt sich in der häuslichen Ernährung fort. Ich beobachte immer, was sich die Leute im Supermarkt auf das Laufband legen. Da muss ich gar nicht die Einkäufer und ihre Warenkörbe sehen. Aus den Einkäufen kann jedoch recht zuverlässig der Bauchumfang bestimmt werden. Dem bereits adipositiven Kronensohn wird ein Frühstück aus Weizenbrötchen mit Butter und Nutella eingekauft. Ein Blick auf die Statur der Mutter verrät, die ernährt sich auch nicht anders.
Die aktuelle EHEC-Kampagne zeichnet einen weiteren Meilenstein in dem langsamen Verfettungsprozess. In den Supermärkten gibt es keine Sprossen mehr zu kaufen.  Die Menschen kaufen lieber verpackte und verschweißte Fertignahrung aus der Fabrik, abgekocht und angereichert mit Stärken und Zucker. Wenn diese Entwicklung im aktuellen Tempo weiter geht, wird dick sein in zehn Jahren zum nationalen Problem. Die Kosten für die Krankenkassen werden explodieren und die Menschen werden an trivialen Epidemien wegsterben wie die Fliegen. EHEC ist da nur ein medial vollkommen übertrieben dargestellter Vorgeschmack.

2014-04-06T02:34:23+00:00By |